Stadt verhindert Veranstaltungen an der Südbrücke
KÖLN, 9. Juli 2026 Aktuell müssen alle Veranstaltungen der Südbrücke, Kölns größter nicht-städtischer Open-Air-Fläche, ausfallen. Grund sind plötzliche, nicht nachvollziehbare Änderungen in der rechtlichen Bewertung der Genehmigungslage durch die Stadtverwaltung.
Das Verfahren für die Fläche direkt am Rhein zieht sich bereits seit 5 Jahren. Die Bauaufsicht fand immer wieder neue Gründe, das Gelände nicht zu genehmigen, was die Betreiber*innen Zeit und viel Geld kostete – Ressourcen, die in Kulturprogramm hätten fließen sollen. Eine dauerhafte Genehmigung war bislang noch nicht zu erzielen, obwohl diese Betreiber*innen und Verwaltung viel Arbeit ersparen könnte.
In der Regel sind Festivalveranstaltungen bauantragspflichtig. 2024 vereinfachte allerdings ein Ministerialerlass das Verfahren: Bis zu 25 Veranstaltungen pro Jahr, deren Besucher*innenzahl unter 5.000 liegt, müssen nicht mehr als Einzelveranstaltung von der Bauaufsicht genehmigt werden, sofern alle Gutachten (etwa zu Schall- und Umweltschutz) sowie Sicherheitskonzepte vorliegen. Auch die Südbrücke nutzte diese Regelung – wie viele andere Veranstalter*innen in Köln und ganz NRW.
Vor acht Wochen erklärte die Bauaufsicht diese Praxis nach unserer Kenntnis ausschließlich für die Südbrücke für nichtig und untersagte per Ordnungsverfügung alle kommenden Veranstaltungen. Dies geschah ohne schlüssige juristische Begründung und ohne Anhörung der Betreiber*innen oder der Klubkomm als Interessenverband. Außerdem gelten die Auflagen offenbar nicht für andere Antragsteller*innen, die ähnliche Veranstaltungen durchführen. Die kurzfristige Mitteilung ließ keine Zeit für alternative Genehmigungen. Zwar versprach die Bauaufsicht eine beschleunigte Bearbeitung, hielt sich aber nicht daran – obwohl alle Unterlagen vorlagen und die Fläche dem Amt bestens bekannt ist.
Folgen
- Alle geplanten Veranstaltungen der Südbrücke müssen bis auf Weiteres ausfallen.
- Den Betreiber*innen wird durch die sprunghafte Auslegung der Bauvorschriften jegliche Planungssicherheit und damit die finanzielle Grundlage entzogen, um eine dauerhafte Genehmigung weiterhin zu verfolgen.
- Für alle Veranstalter*innen in Köln ergeben sich aus dieser Art von Verwaltungspraxis vollkommen unkalkulierbare Risiken.
Forderungen der Klubkomm
- Klare Positionierung von Politik und Verwaltung zur aktuellen Situation
- Rücknahme der Ordnungsverfügung im Falle der Südbrücke und Erteilung der Dauergenehmigung
- Anwendung des Erlasses und Gleichbehandlung aller Veranstalter*innen durch die Bauaufsicht
- Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Behörde und Antragsstellenden
- Lösungsorientierte statt problemzentrierter Grundhaltung bei der Genehmigung von Kulturflächen
Ein lebendiger Musik- und Kulturstandort Köln ist ohne diese Veränderungen nicht möglich. Die Klubkomm steht für Anfragen und konstruktive Gespräche jederzeit zur Verfügung.___________________________________________________________________________________________
Über Klubkomm e.V.
Der Klubkomm e.V. – Verband Kölner Clubs und Veranstalter*innen ist die zentrale Interessenvertretung der Kölner Club- und Veranstaltungsszene. Ziele des Vereins sind die Förderung und der Erhalt einer vielfältigen und lebendigen Clubkultur in Köln. Durch Vernetzung, Beratung und politische Arbeit setzt sich der Klubkomm e.V. aktiv für die Belange der Szene ein.
Quelle: KLUBKOMM - Verband Kölner Clubs und Veranstalter/ Veranstalterinnen e.V.