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Stadtgespräch zu den "Kölner Perspektiven 2030" in Ehrenfeld - Rund 140 Bürgerinnen und Bürger diskutierten mit der Oberbürgermeisterin

logo stadtgespräche iiOberbürgermeisterin Henriette Reker war am gestrigen Dienstagabend, 3. Juli 2018, zu Gast in den Balloni-Hallen in Ehrenfeld. Dorthin hatte sie für die zweite Runde der "Stadtgespräche" eingeladen. Rund 140 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen. "Wie wollen wir in Köln 2030 leben?", lautete das Thema des Abends.

Wir brauchen einen Kompass, wie unsere Stadt 2030 sein soll. Deshalb bin ich in den Stadtbezirken unterwegs. Ich bin gespannt, was heute hier in Ehrenfeld rauskommt, sagte Reker.

Im Mittelpunkt der zweiten Runde der Stadtgespräche steht die Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030", die unter der Federführung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik bearbeitet wird. Amtsleiterin Brigitte Scholz zeigte in ihrem Vortrag am Dienstagabend die vielen thematischen Facetten auf, mit denen sich das Amt derzeit beschäftigt: Zum Beispiel der prognostizierte Anstieg der Bevölkerung, die demographische Entwicklung in den Kölner Stadtteilen (Kölnerinnen und Kölner sind durchschnittlich 42 Jahre alt) oder des Sozialraums Bickendorf, Westend und Ossendorf.

Die "Stadtgespräche" sind eine Informations- und Mitmachveranstaltung, um in einem ersten Schritt ein erstes Stimmungsbild aus den Bezirken zu gewinnen. Deshalb waren anschließend die Bürgerinnen und Bürger an den Stationen eines Mitmachparcours an der Reihe. Dort konnten sie eine Stunde lang zu unterschiedlichen Fragestellungen aktiv mitarbeiten und ihre Erfahrungen und Ideen zu ihrem Bezirk einbringen. Schriftlich und mündlich. Aber auch spielerisch.

Eine erste Bestandsaufnahme wurde noch am gleichen Abend durch die Oberbürgermeisterin vorgenommen. Bei "3 Bälle für meinen Bezirk", bei dem rote Bälle in Eimer geworfen werden konnten, zeigte jeder Eimer ein Entwicklungsfeld, das gewichtet werden konnte. In den Eimer "Wohnen" wurden die meisten Bälle geworfen.

Die fehlenden Wohnungen vermissen wir in Ehrenfeld und überall. Daran arbeiten wir, sagte Reker. Dann folgten "Kunst und Kultur" sowie "Umwelt" – ein überraschendes Ergebnis, denn "Kunst und Kultur" lagen in keinem anderen Stadtbezirk so weit vorne.

Bei der Station "Mein Köln ist ...“ konnten Bürgerinnen und Bürger auf eine große Karte schreiben, was sie mit dem Stadtbezirk Ehrenfeld besonders verbinden, um sich anschließend damit fotografieren zu lassen. Die Bandbreite reichte von "... in Neuehrenfeld", über ".... leider immer noch Autostadt" bis zu "... tolerant". Bei der "Kreativstation" wurden mit Kleber, Papier, Textmarkern und anderen Materialien viele Ideen für die Zukunft Kölns und des Bezirks entwickelt. Besonders hervor hob die Oberbürgermeisterin später ein aus Papier gebautes "Initiativen-Haus":

Köln hat mehr als 200.000 Ehrenamtler. Ohne die würde in Köln vieles nicht funktionieren,

bedankte sich Reker. Außerdem konnten auf einer großen Karte mit roten Punkten die jeweiligen Lieblingsplätze markiert werden: Ganz vorne lagen die Bezirkssportanlage Prälat Ludwig Wolker, gefolgt vom Helios-Gelände und der Körnerstraße. An den anderen Stationen forderten die Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel: "Straßen gehören den Menschen" oder auch: "Bocklemünd braucht einen Bolzplatz" sowie "Familienzentren im Veedel".

Viele Menschen aus dem Stadtbezirk nutzten an diesem Abend auch die Gelegenheit, um mit der Oberbürgermeisterin während des Mitmachparcours und bei der abschließenden Diskussionsrunde persönlich zu sprechen. Die Themen waren unter anderem: Was tut die Stadt gegen den Klimawandel? Eine Bürgerin aus der ehemaligen belgischen Siedlung in Ossendorf forderte, Verkehrsschilder aufzustellen. Das größte Thema war aber das Wohnen: Günstige Wohnungen, die Furcht vor Verdrängung der Clubszene oder auch Wohnen für alte Menschen im Veedel. Die Oberbürgermeisterin verwies dabei auf das 'Kooperative Baulandmodell':

Fast die Hälfte der Kölner hat Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Deshalb darf in Köln ein Investor bei über 20 Wohnungen nur bauen, wenn ein Drittel davon geförderter Wohnungsbau ist.

Zum Thema Wohnungen für alte Menschen im Veedel sagte Reker: Bei Neubaugebieten werden künftig auch immer altersgemischte Wohngruppen eingeplant.

Bezüglich der Clubszene warb sie dafür: Uns muss ein Konsens gelingen: Was ist für alle tragbar und was nicht?

Die Oberbürgermeisterin bedankte sich nach einem abschließenden und bewegenden Konzert des Männer-Chor Köln-Vogelsang 1952 bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern:

Vielen Dank für Ihre Beiträge! Ich freue mich nun umso mehr darauf, morgen die Stadt weiter zu gestalten!

Bei den Kölner Perspektiven 2030 soll eine über alle Politikfelder abgestimmte Stadtstrategie entstehen und somit eine sichere Zukunftsperspektive für die Stadtgesellschaft und Politik sowie für die Verwaltung zu schaffen. Sie wird durch umfassende Beteiligungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten begleitet. Daran beteiligt sind Politik, Verwaltung, Expertinnen und Experten und insbesondere alle Kölner Bürgerinnen und Bürger, die sich einbringen möchten. Sämtliche Beiträge der Bürgerinnen und Bürger aus den Bezirken werden gesichtet und sorgfältig ausgewertet. Und sie werden am Ende der Öffentlichkeit, wie auch thematischen Teams, zugänglich gemacht. Auf diese Weise fließen sie in den weiteren Prozess zur Erarbeitung der "Kölner Perspektiven 2030" ein.

Das nächste Stadtgespräch findet am Mittwoch, 5. September 2018, ab 18.30 Uhr im Bezirksrathaus Chorweiler, Pariser Platz 1, statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Informationen

Quelle: Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Lars Hering / https://www.stadt-koeln.de

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